Kinderyoga in der Kita: Was eine Löwenatmung alles kann
Du suchst nach einem entspannten Gegenpol zu Lärm, Bewegungsmangel und Stress im Kita-Alltag? Kinderyoga verbindet Bewegung, Atmung und Achtsamkeit und lässt sich mit null Vorbereitung in euren Morgenkreis oder Ruhephasen einbauen.
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Warum ausgerechnet Yoga?
Bewegungsmangel und gleichzeitig zu viel Reizüberflutung: Das ist für viele Kinder heute Alltag. Manche haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, andere brauchen einen Kanal für aufgestaute Energie. Pädagogische Berichte zeigen, dass genau diese Themen in Kitas zunehmen. Und während es unzählige Bewegungsangebote gibt, fehlt oft das Gegenstück: Momente, in denen Kinder bewusst zur Ruhe kommen.
Im Gegensatz zu Erwachsenenyoga braucht es keine langen, stillen Sequenzen. Stattdessen sind kurze, abwechslungsreiche Übungsfolgen gefragt, bei denen Kinder häufig die Position wechseln, sich in Tiere oder Bäume verwandeln und ihre Fantasie spielen lassen. Die Übungen tragen oft sprechende Namen wie „Katze", „Baum" oder „Löwe" und lassen sich in kleine Geschichten verpacken. Perfekt für den Morgenkreis oder als Übergang zwischen turbulenten Phasen.

Studien aus den letzten Jahren berichten von positiven Effekten: Kinder, die regelmäßig Yoga machen, zeigen bessere Aufmerksamkeitswerte, mehr Beweglichkeit und verbesserte Selbstregulation. Eine deutsche Dissertation fand heraus, dass Kinder mit Yoga-Training ihre motorische Leistungsfähigkeit deutlicher steigerten als eine Kontrollgruppe mit Psychomotorik. Allerdings sind viele Studien klein und methodisch unterschiedlich. Yoga sollte also als ergänzendes Element betrachtet werden, nicht als Wundermittel.
Was ist Kinderyoga eigentlich?
Kinderyoga verbindet drei Elemente: Körperhaltungen (Asanas), Atemübungen und Entspannung. Dabei geht es nicht um Perfektion oder darum, möglichst lange in einer Position zu verharren. Stattdessen zählen Freude, Fantasie und der natürliche Bewegungsdrang.
Ein typisches Angebot kann so aussehen: Im Morgenkreis wird eine kurze Geschichte erzählt, vielleicht von einem Baum im Wind oder einer schnurrenden Katze. Die Kinder machen die passenden Bewegungen dazu, atmen bewusst ein und aus, und am Ende gibt es eine kurze Entspannungsphase. Manche Einrichtungen bieten Yoga ab etwa drei Jahren an; entscheidend ist, dass das Kind Lust darauf hat.
Anders als beim klassischen Sport gibt es kein Richtig oder Falsch. Yoga fördert die Körperwahrnehmung, innere Ruhe und das allgemeine Wohlbefinden, ganz ohne Wettkampfgedanken. Gleichzeitig lernen Kinder, ihre Gefühle auszudrücken und Empathie zu entwickeln.
The big ideas

Drei Mini-Übungen für die Kita
Du brauchst kein besonderes Equipment, keine Ausbildung und keine Yogamatte. Die folgenden Übungen orientieren sich an klassischen Kinderyoga-Elementen, die in der Praxis bewährt sind. Wichtig: Lass die Kinder in ihrem eigenen Tempo mitmachen. Yoga soll Spaß machen, nicht überfordern.
1. Der Held (Selbstwert stärken)
So geht's: Die Kinder stellen sich hüftbreit hin, Füße fest am Boden. Sie strecken die Arme nach oben, als würden sie den Himmel berühren wollen. Dann atmen sie tief ein und stellen sich vor, sie wären Superhelden oder Heldinnen, die ganz stark und mutig sind. Beim Ausatmen senken sie die Arme langsam. Das Ganze kann man in eine kleine Geschichte einbauen: „Ihr seid Heldinnen und Helden, die einen Berg besteigen!"
Material: keins (optional Matte)
Dauer: ca. 3 bis 5 Minuten
Pädagogischer Mehrwert: Diese Übung kann das Selbstbewusstsein stärken und eine aufrechte Körperhaltung fördern. Yoga-Übungen, die Kinder in starke Rollen versetzen, können das Selbstwertgefühl positiv beeinflussen.
2. Lass die Sonne rein (sanfte Atemübung)
So geht's: Die Kinder stehen im Kreis. Sie strecken die Arme nach oben, als würden sie die Sonne begrüßen, atmen dabei tief durch die Nase ein. Beim Ausatmen durch den Mund senken sie die Arme langsam und stellen sich vor, die warme Sonne fließt in ihren Körper. Das kann man mehrmals wiederholen und zu einem kleinen Morgenritual machen: „Guten Morgen, liebe Sonne!"
Material: keins
Dauer: ca. 5 Minuten
Pädagogischer Mehrwert: Atemübungen sind ein wichtiger Bestandteil von Kinderyoga. Eine aktuelle chinesische Studie erklärt positive Effekte durch die Aktivierung des Parasympathikus. Vereinfacht gesagt: Bewusstes Atmen kann beruhigen und die Konzentration fördern. Die Sonnenübung wird in Praxisberichten als schnell durchführbar und beliebt beschrieben.
3. Löwenatmung (Atmung + Stimme)
So geht's: Die Kinder gehen in den Vierfüßlerstand (oder sitzen im Kreis). Sie atmen tief durch die Nase ein, dann reißen sie den Mund weit auf, strecken die Zunge raus und „brüllen" wie ein Löwe. Dabei atmen sie kräftig aus. Das darf ruhig laut und wild sein! Nach zwei, drei Runden wird es meist ruhiger, weil die Anspannung raus ist.
Material: keins
Dauer: ca. 3 bis 5 Minuten
Pädagogischer Mehrwert: Die Löwenatmung hilft, Frust und Anspannung rauszulassen, und Kinder lernen, ihre körperliche Spannung bewusst zu spüren und dann loszulassen. Erfahrungsberichte zeigen, dass Kinder nach solchen Übungen entspannter wirken.
So integrierst du Kinderyoga in euren Kita-Alltag
Du musst keine extra Yoga-Stunde einplanen. Kurze Sequenzen lassen sich überall einbauen:
- Morgenkreis: Startet den Tag mit einer sanften Atemübung oder der Sonnenübung. Das bündelt die Aufmerksamkeit und schafft eine ruhige Atmosphäre.
- Nach turbulenten Phasen: Wenn die Gruppe nach dem Toben draußen nicht zur Ruhe kommt, kann eine kurze Yoga-Pause helfen, wieder anzukommen.
- Vor dem Mittagsschlaf: Einfache Entspannungsübungen oder ruhige Atemtechniken signalisieren: Jetzt wird's gemütlich.
Laut Praxisberichten empfehlen sich Gruppen von bis zu 15 Kindern. Die Übungen können auch als kurze Pausen in den regulären Ablauf integriert werden. Schon ein paar Minuten reichen. Wichtig ist, dass ihr die Kinder nicht zwingt. Wer nicht mitmachen mag, darf zuschauen oder sich später anschließen.
Manche Teams nutzen dafür digitale Dokumentation, um zu notieren, welche Übungen gut ankamen oder wann ein Kind besonders entspannt wirkte. Das ist aber kein Muss.

Bonus fürs Team: Yoga ist auch für euch da
Hand aufs Herz: Wenn du selbst gestresst bist, fällt es schwer, für die Kinder gelassen zu bleiben. Die gute Nachricht: Atemübungen wie die Löwenatmung oder bewusstes Ein- und Ausatmen können auch Fachkräften helfen, in hektischen Momenten einen Gang runterzuschalten. Studien deuten darauf hin, dass Yoga die Selbstregulation und Stressbewältigung unterstützt, sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Versprochen wird hier nichts. Aber ein Versuch kostet nichts außer zwei Minuten Zeit.
Fazit: Einfach mal ausprobieren
Kinderyoga klingt vielleicht nach Trend, aber die Idee dahinter ist simpel: Kinder brauchen Bewegung, Momente der Ruhe und die Chance, ihren Körper bewusst wahrzunehmen. Die Forschung ist zwar noch im Gange und viele Studien arbeiten mit kleinen Stichproben. Doch die bisherigen Ergebnisse sind ermutigend. Die American Academy of Pediatrics stuft Yoga als sicher ein, solange es altersgerecht angeleitet wird.
Wenn ihr euch unsicher seid, fangt klein an: Eine Übung pro Woche im Morgenkreis. Beobachtet, wie die Kinder reagieren. Und falls es nicht klappt? Dann war's einen Versuch wert. Aber vielleicht werdet ihr überrascht sein, wie schnell sich eine wuselige Gruppe in eine Herde entspannter Löwen verwandelt.
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